Wie entsteht Krebs?

Die Krankheit Krebs zeichnet sich durch das unkontrollierte Wachstum (Wucherung) von neuem Gewebe aus. Dieses Gewebe entsteht durch die Entartung körpereigener Zellen. Diese bösartigen Zellen besitzen die Fähigkeit, sich in anderes Gewebe einzunisten und dieses darauf zu zerstören. Jede Zellart kann von Krebs befallen werden. Dabei ist festzustellen, dass Krebs niemals nur eine einzelne, sondern in der Regel eine Vielzahl von Erkrankungen je nach Art des befallenen Gewebes und nach Zellart sein kann. Es gibt drei Krebs-Hauptgruppen, die sich wiederum in hunderte Krebsklassen einteilen lassen:
Wie entsteht Krebs?
Sarkome – Krebs im Binde-, Stütz- und Nervengewebe wie Knochen, Knorpel, Nerven, Blutgefäßen, Muskeln und Fett.
Karzinome – häufigste Krebserkrankung beim Menschen; entstehen im sog. Epithelgewebe wie Haut, Auskleidung von Körperhöhlen, Organen und im Drüsengewebe der Brust und Prostata.
Leukämie und Lymphome – befallen blutbildende Organe wie die Milz und das Knochenmark.
Krebszellen können wuchern, wenn sie den normalen Sicherungsmechanismen zur Regulierung des Zellwachstums entgangen sind. Diese entarteten Zellen fangen an unkontrolliert zu wachsen und bilden Tumore und Geschwülste. Diese Gewebsmassen bilden sich ohne Rücksicht auf die ursprüngliche Funktion der Zellen weiter.

Man muss zwischen bösartigen und gutartigen Tumoren unterscheiden.

Gutartige Tumore haben ein eingeschränktes örtliches begrenztes Wachstum und werden daher meistens durch das umliegende gesunde Gewebe abgekapselt. Sie können vor allem Organe einengen (sehr problematisch im Gehirn). Jedoch können auch gutartige Tumore mögliche Vorstufen von bösartigem Krebs sein.
Bösartige Tumore sind nicht lokal begrenzt. Bei ihnen besteht die Gefahr, dass sie sich im ganzen Körper ausbreiten durch Infiltration, durch direkte Ausbreitung oder durch Verschleppung. An anderem Stellen im Körper bilden sich daraufhin Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen.
Eine Krebserkrankung entsteht generell aus genetischen Abnormalitäten. Ein Krebstumor ist unbestritten das Ergebnis von Mutationen in den Körperzellen. Krebs muss jedoch nicht erblich sein, denn auch durch äußere Einwirkungen können sich Gene verändern und somit Krebs auslösen.
Nur wenige Krebsarten wie z.B. Dickdarmkrebs, treten in einigen Familien gehäufter auf. Deren Mitglieder neigen zur Bildung von Dickdarmpolypen.
Der Kontakt mit krebserregenden Chemikalien kann ebenfalls Krebs zur Folge haben. Doch ist dieser Krebs auch erst nach einer Latenzperiode sichtbar. Diese Krebsauslöser zerstören das Erbgut der Zellen nachhaltig und nicht reparierbar. Ein Beispiel für krebsauslösende und krebsfördernde Stoffe sind die Giftstoffe im Tabakrauch. Auch Alkohol gilt als krebsfördernde Substanz. Vor allem die Belastung mit “radioaktiver” Strahlung kann Gendefekte hervorrufen. Die betroffenen Zellen entarten und können nach einiger Zeit auch Krebs entwickeln.
Weitere Auslöser für die Entartung von Zellen können Viren und Bakterien sein. Diese dringen von außen in den Körper ein und können das menschliche Erbgut in den Zellen maßgeblich zerstören. So sind „Papilloma-Viren“ meist an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt; das Bakterium „Helicobacter Pylori“ ist bei der Bildung von Magenkrebs beteiligt.
Entscheidend für die Bekämpfung von bösartigen Zellen ist das Immunsystem. Es erkennt diese Krebszellen und vernichtet sie mit den körpereigenen Fresszellen sofort. Erst wenn das Immunsystem geschwächt ist, können sich Krebszellen ausbreiten.