Wann muss operiert werden

Im Folgenden ein kurzer Überblick darüber, wann eine Erkrankung der Schilddrüse operativ behandelt werden sollte:
Kalte Knoten, die einen Durchmesser von mehr als 1,5 cm haben bzw. im Verlauf an Größe zunehmen, tragen ein ziemlich großes Risiko der bösartigen Entartung, d.h. aus dem Knoten kann sich ein Krebsgeschwür entwickeln. Die Entfernung durch eine Operation ist dringend zu empfehlen, um einen Krebs definitiv ausschließen zu können.
Bei warmen Knoten  steht die Überfunktion der Schilddrüse mit ihren schädlichen Auswirkungen auf das Herz- und Kreislaufsystem im Vordergrund. Auch hier ist die Operation die Therapie der Wahl. Alternativ kommt eine Radiojodtherapie in Frage. Diese kommt jedoch nicht immer in Frage und sollte individuell besprochen werden. Bei warmen Knoten lässt sich das Problem durch eine Operation deutlich gezielter beheben und in vielen Fällen sogar gesundes Schilddrüsengewebe erhalten („biologische Operation“), so dass die natürliche Funktion erhalten bleibt.
Wann muss operiert werden
Wenn ein Kropf eine gewisse Größe erreicht, steht zum einen der kosmetische Aspekt im Vordergrund, zum anderen führt dies häufig zu  Beengungen der die Luft- und Speiseröhre aber auch die Halsgefäße. Es kommt dadurch zu Atemproblemen, Schluckbeschwerden und Durchblutungsstörungen. Die Operation ist hier die Therapie der Wahl.
Bei bösartigen Tumoren ist eine Operation immer erforderlich. Oft wird die Diagnose eines bösartigen Tumors erst nach der schilddrüsenerhaltenden Entfernung eines Knoten gestellt. Dann muss in der Regel die gesamte Schilddrüse zusammen mit den Halslymphknoten entfernt werden. Der 2. Eingriff sollte wenn möglich innerhalb von 2-3 Tagen nach der Erstoperation erfolgen.
Fazit: Eine Operation der Schilddrüse muss also immer auf den individuellen Patienten und seine Erkrankung abgestimmt werden. Oberstes Ziel ist dabei, gesundes Gewebe so schonend wie möglich zu erhalten, andererseits jedoch krankes Gewebe vollständig zu entfernen.

Schilddrüsenoperation und der Stimmbandnerv

Die Nerven, die unsere Stimmbänder kontrollieren, verlaufen direkt hinter der Schilddrüse (vgl. Abbildung) und sind daher bei einer Entfernung der Schilddrüse gefährdet. Dies kann zu Lähmungserscheinungen der Stimmbänder und Heiserkeit führen. Um eine Beschädigung während der Operation zu vermeiden, setzen wir heute routinemäßig das sog. Neuromonitoring ein. Hierbei werden die Nerven während der Operation mittels feiner Elektrosonden stimuliert und können damit identifiziert werden.

Medikamente

Wichtig zu wissen ist, dass der Patient nach der Operation (sowie auch nach einer Radiojodtherapie) lebenslang Schilddrüsenhormone einnehmen muss, die die Hormone ersetzen, die nun nicht mehr durch die fehlende oder verkleinerte Schilddrüse produziert werden und um ein Nachwachsen der Restschilddrüse zu vermeiden. Je schonender die Operation (s.o., biologische OP) durchgeführt wurde, umso einfacher ist es, den Hormonspiegel hinterher einzustellen. In der Regel macht dies der Hausarzt mittels Bestimmung des TSH-Wertes, anfangs in 5-6 wöchigen, später in 6-12 monatlichen Abständen. Auch Jahre nach einer Schilddrüsenoperation (bzw. Radiojodtherapie) sollte der TSH-Wert regelmäßig überprüft werden.