Die Herren Sportbekleidung in der Geschichte der jungen Mode

Einst ging es bei Herren Sportbekleidung darum, die Etikette zu
wahren
Kurze Hosen, bequeme Shirts? Bis Anfang/Mitte des vergangenen Jahrhunderts in vielen Sportarten nicht auszudenken. Hauptsächlich ging es darum, die Etikette zu wahren, weshalb hochgeschlossene Hemden und lange Hosen in der Herren Sportbekleidung nicht ungewöhnlich waren. Auf dem Tenniscourt beispielsweise trug man genau diese Kombination. Atmungsaktiv, bequem und pflegeleicht, alles noch Fremdwörter zur damaligen Zeit. Beim Fußball – dem Sport Nummer Eins in Deutschland – waren ebenfalls lange Hosen und Pullover angesagt. Auch das Schuhwerk war interessant: Halbschuhe oder Stiefel, selbstverständlich alltagstauglich und aus diesem entlehnt. Spezielle Sportschuhe gab es nicht. Auf den Fußball bezogen war es erst im Jahre 1925 so weit, dass erste Schuhe, exakt auf den Sport zugeschnitten, vom Unternehmen Adidas auf den Markt gebracht wurden.
Die Herren Sportbekleidung in der Geschichte der jungen Mode

Reguläre Sporttextilien gab es zunehmend ab Ende der 1960er Jahre

Um beim Unternehmen Adidas zu bleiben: Hier wurden 1967 erste Sporttextilien eingeführt, von denen vordergründig die Männer profitierten. Sie waren es, die sich zum großen Teil dem Sport widmeten. Die Frauen nahmen zumeist noch die Rolle der Hausfrau und Mutter ein. Da blieb für Sport kein oder kaum Platz. Ausnahmen bestätigten aber wie immer die Regel. Es gab natürlich ebenfalls Frauen, die sich dem Profisport verschrieben hatten. Die Wende im Sport zeichnete sich zum Ende des 19. Jahrhunderts und zu Anfang des 20. Jahrhunderts ab. Jetzt gewann Sport in der Freizeit einen höheren Stellenwert, was sich gleichfalls in der Herren Sportbekleidung niederschlug. Mit der zunehmenden Beschäftigung mit Sport wurde der Ruf nach funktioneller Bekleidung wach, der ferner durch die beständige Weiterentwicklung von künstlichen Fasern begünstigt wurde.

Künstliche Fasern lassen neue Textilien entstehen

Im Sport sollte die Kleidung Eigenschaften wie Atmungsaktivität, Thermoregulierung und Strapazierfähigkeit mitbringen. Desweiteren darf der modische Schick nicht fehlen. Seit dem Ausklang des letzten Jahrtausends wird darauf außerdem das Augenmerk der Sportbekleidungshersteller gelegt. So begann etwa Puma 1998 eine Zusammenarbeit mit der bekannten Designerin Jil Sander.
Sportbekleidungshersteller
Die Bereiche Sport und Mode verschmolzen. Bei Adidas war das bereits etwa zehn Jahre zuvor der Fall. Sänger und Sportler machten die Marke zusammen populär. Die Band Korn trat zu Beginn ihrer Karriere stets inTrainingsanzügen von Adidas auf; die sportbegeisterte Madonna zeigte sich öffentlich mit den drei Streifen, um nur zwei Beispiele zu nennen. Damen und Herren Sportbekleidung eroberte nunmehr nicht nur die Sportstätten, sondern auch die Straßen.