Gelenkbeschwerden – mir tut alles weh…

Es gibt Tage, da stehen wir auf und fühlen uns um Jahre älter als am Vortag. Was passiert da mit uns?
Viele Frauen leiden während der Wechseljahre unter Gelenkbeschwerden. Oft wechseln die Beschwerden von Gelenk zu Gelenk, und viele Frauen fragen sich, ob sie vielleicht unter Rheuma leiden. Ursache für die Beschwerden ist das Absinken des Östrogenspiegels bei Wechseljahresfrauen, denn die Östrogene, die während der Schwangerschaft dafür sorgten dass unser Gewebe weich und dehnbar war, werden nun zunehmend weniger und fehlen (auch) den Gelenken.
Die Gelenkhäute, die die Gelenke umgeben und die durch die Gelenkflüssigkeit ernährt werden, verhärten zunehmend und werden spröder und trockener. Zusätzlich schüttet der Körper während der Wechseljahre mehr das Immunsystem regelnde Substanzen aus, durch die es zu entzündungsähnlichen Symptomen kommen kann. Die Gelenke sind auch oft unbeweglicher als früher, manchmal ist die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt. Da fühlt man sich doch schlagartig alt…

Gelenkbeschwerden - mir tut alles weh…

Was können wir tun?

Zunächst sollten Sie ärztlich abklären lassen, dass die Beschwerden tatsächlich nicht durch Rheuma oder ähnliches verursacht werden, und wenn das ausgeschlossen wurde, können Sie aktiv werden. Ja, aktiv werden, denn das ist die beste Therapie der schmerzenden Gelenke. Kommen Sie in Bewegung! Durch Bewegung werden die Gelenkhäute besser durchblutet, was sie geschmeidiger macht und die Beschwerden lindert.
Dabei sollten Sie aber unbedingt darauf achten, eine Sportart zu wählen die die Gelenke nicht zusätzlich belastet. Geeignet sind Schwimmen, Walking, Gehen, Wandern, Gynmastik und Dehnübungen. Beginnen Sie vorsichtig und langsam, denn jede Überlastung ist schädlich. Steigern Sie sich lieber kontinuierlich,  als sofort in die Vollen zu gehen.
Lassen Sie sich nicht beirren, wenn Sie anfangs denken ein Rezept für Krankengymnastik zu brauchen: Langsam und stetig vorsichtig bewegt, geben die Gelenke Ruhe und können bald umfangreicher trainiert werden. Joggen ist zu Beginn weniger zu empfehlen, weil hier vor allem die Kniegelenke stark belastet werden. Wenn Sie aber schon immer joggen und kein Übergewicht haben, ist nichts dagegen einzuwenden mit dem Joggen fortzufahren. Aber dann werden Sie wahrscheinlich auch nicht so unter den Gelenkbeschwerden leiden…
Apropos Übergewicht: Das sollten Sie unbedingt reduzieren. Jedes Pfund zuviel auf den Hüften zählt mehrfach für die Hüftgelenke. Viele entdecken in dieser Zeit ihre Liebe zu Chi Gong oder Tai Chi. Auch Yoga ist besonders geeignet, die Beweglichkeit wieder herzustellen, zusätzlich lässt es sich prima zur Entspannung einsetzen. Bauen Sie Bewegung in Ihren Alltag ein, benutzen Sie die Treppe statt des Aufzuges, gehen Sie zu Fuß, parken Sie Ihr Auto in der Nebenstraße statt direkt vorm Haus.
Durch die stetige und regelmäßige Bewegung werden die Muskeln und Sehnen gestärkt und entlasten die Gelenke zusätzlich. Neben der Bewegung gibt es noch innerliche und äußerliche Behandlungsmöglichkeiten gegen die Gelenkbeschwerden:
Gute Ergebnisse werden oft mit pflanzlichen Mitteln wie z.B. Teufelskralle erzielt, aber auch andere Kräuter sind sehr wirksam.
Achten Sie auf eine ausreichende Vitaminzufuhr, hier ist insbesondere das Vitamin E zu nennen, das eine positive Wirkung auf die Gelenke hat.
Äußerlich sind Umschläge mit Arnika, Latschenkiefer und spezielle Kräutermischungen zu empfehlen, sanfte Massagen tun hier ebenfalls wohl, beispielsweise mit einem wohlriechenden Massageöl.
Es sieht also so aus, dass wir den Tücken der Wechseljahre einiges entgegenzusetzen haben.