Die Verdauungsprogramme

Fragt man selbst Experten, so wird der Verdauungstrakt oft als Magen-Darm-Passage definiert. Der Mund ist nur noch die Verladestation für unser leckeres Essen. Das ist falsch, ein Irrtum mit fatalen Folgen.
Die Verdauungsprogramme
Die Verdauung beginnt im Mund.
Hier wird zuerst einmal die Nahrung analysiert. Es geht eine Meldung an die Steuerzentrale Gehirn, die dann das entsprechende Verdauungsprogramm aktiviert für die Einbeziehung der verschiedenen Verdauungsorgane, die Absonderung und Zusammensetzung der benötigten Verdauungsenzyme und Salzsäure des Magens.
Bei den Lebensmitteln aus überwiegend Kohlenhydraten (Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis) wird das Enzym Alpha-Amylase im Speichel der Mundhöhle freigesetzt, welches bereits im Mund die Verdauung beginnt. Es ist dabei wichtig, die Nahrung gut durchzukauen bis sie eine breiige Konsistenz hat und damit gut mit Speichel versetzt wird. Werden dickere Brocken geschluckt und kein durchgekauter Brei, ist die Verdauung ungenügend. Im Dünndarm können dann nicht alle benötigten Nährstoffe herausfiltriert werden. Sie müssen mehr essen, weil die Verwertungsmöglichkeit ungenügend war.
Bei Eiweiß (Fleisch, Fleischprodukte) fängt die Verdauung erst mit der Zersetzung im Magen an. Das ist ein anderes Verdauungsprogramm als bei Kohlenhydraten mit vermehrter Bildung von Magensäure.
Auch unser Supercomputer Gehirn kann nicht gleichzeitig mehrere Programme einstellen. Da das Gehirn nur eindeutige Verdauungsprogramme kennt, haben Sie  bei der Aufnahme gemischter Kost ein Problem: Feinwäsche im Magen für Kohlenhydrate oder Kochwäsche für Fleisch; Vorwäsche im Mund für Kohlenhydrate oder gleich in den Hauptwaschgang für Fleisch im Magen.
Aus dieser Erkenntnis heraus erklärt sich die Trennkost nach G Shelton.
Ein gemischtes Verdauungsprogramm ist nicht möglich! Übrigens: Ein Wurstbrot ist Fleischprodukt aus der Wurst und Kohlenhydrate aus dem Brot.
Je nach Nahrung dauert das Programm der Verdauung bei Obst 1 Stunde, bei Kohlenhydraten und Gemüse 4 Stunden, bei Fleisch (Eiweiß) aber 8 Stunden. Feinwäsche geht ja auch schneller als Kochwäsche. Essen Sie zu Mittag um 12:00 oder 13:00 Uhr ein Steak mit Salat ohne Baguette (sind Kohlenhydrate), gute Trennkost, und das Verdauungsprogramm Fleisch für 8 Stunden wird aktiviert.
Jetzt trinken Sie Kaffee um 16:00 Uhr und hauen sich ein Stück Kuchen oder Torte rein.
Soll nun das Eiweißprogramm für 8 Stunden schon nach 4 Stunden abgebrochen werden, um ein neues Kohlenhydrateprogramm zu starten? Dann ist das Fleisch nicht verdaut, könnte im Darm noch ein bisschen gammeln, eigentlich hätte man sich in diesem Falle das schöne Steak sparen können.
Das einmal gestartete Programm wird aber durchgezogen, die Kohlenhydrat-Verdauung des Kuchens findet einfach nicht statt. Der aufgenommene Zucker führt zur Gärung im Darm, ein Prozess, den Ihr Darm eigentlich nicht mag.
Bei gemischter Kost arbeiten die Verdauungsprogramme ständig unter erhöhter Belastung und verkürzen so ihre Funktionsdauer, weil dann immer das heftigste Programm gefahren wird: äußerste Konzentration des Säure-Basen-Milieus und damit erhöhte Belastung der Magen- und Darmwände.
Wenn Sie dies jetzt wissen, dann sollte klar sein: nicht nur gut durchkauen bis ein Brei entsteht, keine Nahrungsbrocken herunter schlingen, sondern auch Fleisch und Kohlenhydrate nicht zusammen essen und die Zeitabstände für die Verdauungsprogramme einhalten.

Wie Ihr Gehirn durch Zucker überlistet wird

Nehmen Sie einen Löffel reinen Sand aus der Sandkiste der Kinder in den Mund. Es wird Speichel abgesondert. Aber was für ein Speichel? Reines Wasser ohne Beimischung jeglicher Enzyme.
Nehmen Sie einen Löffel geriebenen Zwieback, der sich ja äußerlich nicht wirklich groß vom Sand unterscheidet, in den Mund. Dieses Mal wird ein dicker Speichel abgesondert, welcher das Enzym Ptyalin enthält eine alpha-Amylase), das Stärke in Zucker verwandelt.
Geben wir jetzt derselben Versuchsperson dieselben Zwiebackbrösel, aber leicht gesüßt. Es sondert sich ein flüssiger Speichel ab, der arm an Ptyalin ist.
Der süße Geschmack diente als Signal, dass die in der Speise enthaltene Stärke schon in Zucker umgewandelt wurde und das Enzym nicht mehr gebraucht wird.
Ihre Kohlenhydratverdauung ist durch die Süßung beeinträchtigt. Zucker sind sowieso nur leere Kalorien, verzichten Sie auf das Süßen mit Zucker. Wenn Sie Süßen wollen, nehmen Sie Süßkraut (nur im Internet erhältlich), das sieht aus wie Zucker, ist aber kein Zucker und hat die 5-fache Süßkraft im Vergleich zu Zucker.