Behandlungsmöglichkeiten bei Karpaltunnelsyndrom

Bei der Diagnose eines Karpaltunnelsyndroms wird sich der behandelnde Arzt zunächst die Hände ohne Hilfsmittel anschauen und sie auf mögliche Bewegungseinschränkungen sowie Empfindungsstörungen hin untersuchen. Darüber hinaus ermittelt er, ob mit bestimmten Bewegungen Beschwerden provoziert werden können. Für eine sichere Diagnose sind sogenannte elektrophysiologische Untersuchungen notwendig, die die Leitfähigkeit des Medianus-Nervs ermitteln. Aus den Ergebnissen lässt sich ableiten, wie stark der Nerv bereits geschädigt ist. Gegebenenfalls können weitere Untersuchungen, wie Röntgen oder Magnetresonanztomographie (MRT), sinnvoll sein.
Behandlungsmöglichkeiten bei Karpaltunnelsyndrom

Behandlungsmöglichkeiten bei Karpaltunnelsyndrom

Bei einem leicht ausgeprägten Karpaltunnelsyndrom können die Stabilisierung mit Hilfe einer Schiene bzw. die Gabe von entzündungshemmendem Kortison Linderung verschaffen. Allerdings sollte Kortison nicht über einen zu langen Zeitraum verabreicht werden. Darüber hinaus haben sich auch Behandlungen mit Ultraschallwellen in manchen Fällen als sinnvoll erwiesen.
Wenn konservative Behandlungsmethoden keine ausreichende Besserung erzielen, muss eine OP durchgeführt werden. Bei dem Eingriff in Regionalanästhesie wird der Karpaltunnel erweitert, indem das Karpalband, das ihn nach einer Seite hin begrenzt, gespalten wird. Durch den operativen Eingriff werden Strukturen wie Sehnen und der Medianus-Nerv entlastet. Bei der operativen Behandlung des Karpaltunnelsyndroms wird ein Schnitt von 1,5 bis 2 Zentimetern durchgeführt (“offene” OP-Methode). Daneben ist auch eine endoskopische Operation möglich, der dabei vorgenomme Schnitt ist allerdings nur unwesentlich kleiner. Die spätere Narbe bleibt so in der Regel unauffällig.
Schon kurz nach der operativen Behandlung erholt sich der Nerv, die Beschwerden gehen zurück, wobei es bei einer stärkeren Nervenschädigung bis zu einem halben Jahr dauern kann, bis diese völlig abgeklungen sind. Nur in Einzelfällen kann mit einer Operation keine Besserung erzielt werden, und zwar dann, wenn der Nerv bereits so beschädigt ist, dass die Schädigung nicht wieder rückgängig zu machen ist.
Risiken und mögliche Komplikationen der Behandlung eines Karpaltunnelsyndroms
Wie bei allen chirurgischen Eingriffen kann es bei der operativen Behandlung des Karpaltunnelsyndroms zu Wundheilungsstörungen oder Entzündungen nach dem Eingriff kommen. Risiken wie bleibende Bewegungseinschränkungen oder Verletzungen des Medianus-Nervs lassen sich mit der Wahl eines geeigneten Arztes minimieren, der über genaueste anatomische Kenntnisse des operierten Bereichs und langjährige praktische Erfahrungen im Bereich der Handchirurgie verfügt.
Auch die konservative Behandlung mit Kortison ist nicht ohne Risiken, da die Linderung meist nur vorübergehend ist, durch die Behandlung jedoch in seltenen Fällen der Medianus-Nerv beschädigt werden kann.