Wundschock, Trauma: Forschung wird verbessert

Was ein Trauma ist, erklärt wikipedia am besten unter dem Stichwort „Traumatologie“. Die äußere Gewalteinwirkung gehört per definitionem dazu. Ich habe hier in der Überschrift den vereinfachenden deutschen Ausdruck „Wundschock“ benutzt, weil er den psychischen Aspekt gleich mit umfasst. Viele Fragen sind in diesem Bereich offen und müssten geklärt werden – um das für die Praxis auszuwerten.

Deshalb ist es begrüßenswert, wenn die Forschung verbessert wird. Von der viel zu langen Pressemitteilung bei idw zitiere ich hier den Anfang – Sie können den Rest ja per Link nachlesen. Preisfrage: Warum enthalten Pressemitteilungen meist viele Zitate und oft auch nur ein Personenfoto (das ich dann nicht verwende), keines von der Sache?

Wundschock und Trauma

Wie können die gefürchteten Entzündungen, in vielen Fällen Folge von Verletzungen am Bewegungsapparat, besser therapiert und möglichst sogar vermieden, das Immunsystem jedenfalls positiv beeinflusst werden? Mit dieser zentralen Fragestellung wird sich eine von bundesweit sechs neu eingerichteten Klinischen Forschergruppen unter Federführung des Universitätsklinikums Ulm beschäftigen.
„Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, die Arbeiten werden in den nächsten Tagen anlaufen“, sagt der Sprecher der Gruppe, Professor Florian Gebhard, Ärztlicher Direktor der Klinik für Unfallchirurgie, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie. Die mit Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen besetzte Forschergruppe leiten wird Privatdozent Dr. Markus Huber-Lang.
Unfallchirurgen, Anästhesisten, Orthopäden und eine Expertin des Instituts für Biomechanische Forschung wollen im Rahmen dieses Projekts neue Wege in der Diagnostik erkunden, diese auf verschiedene Modellformen und schließlich auch auf Patienten übertragen. Und deren finden sich bekanntlich viele in den Kliniken hierzulande. Acht Millionen Menschen werden den von der DFG genannten Zahlen zufolge in Deutschland jährlich bei Unfällen verletzt, mehr als 1,5 Millionen von ihnen müssen vollstationär behandelt werden. Damit seien Traumata in jedem Lebensabschnitt der häufigste Behandlungsgrund überhaupt.
Wobei, wie Professor Gebhard betont, „die Kombination von Alter und Schweregrad der jeweiligen Verletzung entscheidenden Einfluss hat auf die Antworten des Körpers“. Auch auf die Entzündungen zum Beispiel, keinesfalls seltene Reaktionen des menschlichen Organismus und unter Umständen gefährlicher als die Verletzung selbst.
„Andererseits fördern Entzündungen aber auch den Heilungsprozess“, beschreibt der Ulmer Wissenschaftler die schwierige Ausgangslage, „problematisch ist nur ein Zuviel des Guten“. Dann hätten die vom Körper produzierten Heilungsstoffe einen negativen Effekt. „Wie aber lassen sich diese Prozesse steuern?“ Eben diese Frage werde die Forschergruppe „von verschiedenen Seiten beleuchten“.