WOFF – ein neues Schriftformat für das Web?

Habe gerade bei mactechnews den sehr interessanten Hinweis gefunden, dass mit der Veröffentlichung von Firefox 3.6 auch ein neues Schriftformat für das Web eingeführt werden soll.
Es heißt dort:
»Das unter dem Namen Web Open Font Format (WOFF) entwickelte Format ist grundsätzlich nur ein Container, welcher andere Schriftformate in komprimierter Form aufnimmt und mit Meta-Daten versieht. Als Schriftformate werden TrueType und OpenType unterstützt, die letztendlich vom Browser zur Darstellung aus WOFF entpackt werden. WOFF wurde von den Schrift-Designern Erik van Blokland und Tal Leming und dem Mozilla-Entwickler Jonathan Kew entwickelt und soll sich laut eigenen Angaben einer recht großen Unterstützung durch Schrift-Designer erfreuen. Mozilla selbst räumt ein, dass die Komprimierung der Schrift auch auf herkömmlichem Wege direkt über HTTP erreicht werden könnte. Allerdings führt dies im Gegensatz zum WOFF-Format zu einem gewissen Konfigurationsaufwand und lässt sich daher nicht immer bewerkstelligen. Die Unterstützung von Meta-Daten in WOFF ermöglicht zudem die Hinterlegung von Informationen zur Quelle und Verwendung der Schrift. Ein DRM-System soll mit WOFF allerdings nicht möglich sein.«
WOFF - ein neues Schriftformat für das Web?

WOFF Schriftformat für das Web

In den Kommentaren steht dann noch eine Ergänzung von sierkb, die die Problematik noch besser umreisst. Auch diese möchte ich hier zitieren:
Es geht bei WOFF nicht um DRM oder Nicht-DRM — im Vordergrund steht die Kompression bei der Auslieferung.
WOFF ist eine Hülle um bestehende TrueType- oder OpenType- oder Open Font Format-Schriften bzw. sind mit WOFF diese Schriften eben komprimiert.
Eine Kompression, die genausogut auch erreicht werden kann/könnte via HTTP-Kompression z.B. über das Apache Modul mod_gzip (Apache 1.x) oder mod_deflate (Apache2.x), siehe dazu auch die entspr. Apache Doku: . Da das aber nicht für jeden Laien konfigurierbar ist, will man mit dem Web Open Font Format (WOFF) hier quasi fertig komprimierte Schriften anbieten bzw. dazu die Möglichkeiten bereitstellen, das zu tun.
Die Liste derer, die WOFF unterstützen wollen bzw. eine Unterstützung zugesagt haben, liest sich mMn ziemlich eindrucksvoll: und teilweise wie das „Who is who“ der Schriften-Anbieter.
Nochmal: es geht bei WOFF nicht darum, in Konkurrenz zu OpenType und Truetype zu treten und diese vollständig zu ersetzen. WOFF kapselt OpenType- oder TrueType-Fonts (will heißen, im Inneren einer WOFF-Datei befindet sich der ursprüngl. OTF- oder TT-Font) und bietet einen solchen Font in fürs Web optimierter komprimierter Form an. Wahlweise zusätzlich versehen mit einem vom jeweiligen Schrift-Anbieter versehenen Meta-Daten-Feld (Private Data Block), in das er zusätzliche Informationen über diese Schrift mitgeben kann (kann, nicht muss). Das Thema DRM wird damit nicht abgedeckt und soll auch gar nicht abgedeckt werden. DRM ist nicht Gegenstand von WOFF, Gegenstand von WOFF ist die Kompression.
Der einzige Font, der das Thema DRM bewusst abdecken will, ist seit Jahren wohl Microsofts proprietärer EOT-Font, und da wissen wir, wie der sich bisher durchgesetzt hat. Wohl auch ein Grund, weshalb auch gerade die großen Schriften-Hersteller so langsam von EOT ablassen, obwohl gerade sie es waren, die EOT ursprüngl. den Rücken stärkten.
WOFF ändert an der ganzen Diskussion/Problematik um bzw. für/gegen DRM im Zusammenhang mit Schriften nichts. Die Diskussion existiert schon seit Jahren und hat dazu beigetragen, dass einbettbare/nachladbare Schriften via CSS-Regel @font-face so lange gebraucht haben, überhaupt in der CSS-Spezifikation verbindlich festgeschrieben zu werden bzw. von den Browser-Herstellern einheitlich umgesetzt zu werden. Einziger Browser-Hersteller, der bisher da noch eine Ausnahme bildet: Microsoft. Weil man da bisher immer noch am eigenen EOT-Format und dessen Einbindung festhält.
Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe an frei verfügbaren und frei nutzbaren und verteilbaren Schriften, auch und gerade fürs Web. Die können und dürfen wunderbar mittels @font-face eingebettet und verteilt werden. WOFF ändert daran nichts, fügt diesen nur eine komprimierte Variante hinzu. Sofern der betreffende Schriftenabieter eine solche komprimierte Variante neben seiner herkömmlichen OTF- oder TT-Schrift zur Seite stellt und man diese dann entsprechend wahlweise bevorzugen kann (das Mozilla-Dokument zeigt ja anhand von Beispielen, wie man das prima machen und mehrere Möglichkeiten zur Auswahl umsetzen kann, weil (noch) nicht jeder Browser WOFF implementiert hat).
TrueType- oder OpenType- oder Open Font Format