Was tun bei Stuhlinkontinenz?

Unter Stuhlinkontinenz (Schließmuskelschwäche) versteht man die Unfähigkeit den Stuhlgang zu kontrollieren. Die Krankheit ist auf unterschiedliche Altersgruppen verteilt, jedoch sind ältere Menschen häufiger betroffen.
Was tun bei Stuhlinkontinenz?
Stuhlinkontinenz ist in drei verschiedene Krankheitsgrade einzuordnen:
  • Grad 1 bezeichnet die leichte Form der Stuhlinkontinenz mit unkontrolliertem Abgang von Winden oder Gasen.
  • Grad 2 beschreibt die mittlere Form mit nicht kontrollierbarem dünnflüssigen Stuhlabgang.
  • Grad 3 ist die schwere Form dieses Krankheitsbildes und durch den unkontrollierten Abgang von geformtem Stuhl gekennzeichnet.
Die Krankheit bedeutet einen gravierenden Einschnitt in das Leben der betroffenen Person. Oftmals ist der Wunsch, Stillschweigen darüber zu bewahren größer als der, einen Facharzt aufzusuchen. Dies ist allerdings unbedingt ratsam, denn der Mediziner kann zahlreiche Therapiemöglichkeiten ansetzen.
Als Ursachen der Stuhlinkontinenz kommen die Beckenbodenschwäche nach Entbindungen, Infektionen und eine chronische Entzündungen des Darmes, Tumore, Krebserkrankungen oder auch Schließmuskelverletzungen infrage. Bestimmte Risikofaktoren können die Stuhlinkontinenz noch begünstigen. Dazu zählen Diabetes, neurologische Erkrankungen oder operative Eingriffe am Anus. Die häufigsten Symptome sind das Stuhlschmieren (verschmutzte Unterwäsche), nicht rechtzeitiges Erreichen der Toilette oder der Komplettverlust der Stuhlkontrolle.

Stuhlinkontinenz betroffenen

Zwei Drittel der von Stuhlinkontinenz betroffenen Menschen können durch konservative (nicht-operative) Behandlungsmethoden ausreichende Linderung des Leidens erfahren. Die Kräftigung des Beckenbodens und die bessere Koordination der Schließmuskeln sind Ziele der konservativen Therapie im Rahmen von Elektrostimulation, Biofeedback (Schließmuskeltraining) sowie Physiotherapie. Nicht alle Muskelanteile des Beckenbodens und Schließmuskels sind mit gymnastischen Übungen erreichbar. Aus diesem Grunde müssen sie mit Strom stimuliert werden. Des Weiteren stehen zahlreiche Hilfsmittel bei Stuhlinkontinenz zur Verfügung wie zum Beispiel Windeln, Analtampons oder die Irrigation (Einlauf), die den Betroffenen ein Stück Lebensqualität zurückgeben. Für bettlägerige Patienten im Krankenhaus empfiehlt sich das Stuhldrainagesystem oder der Fäkalkatheder.
Natürlich können auch verschiedene Medikamente zur Verbesserung der Stuhlinkontinenz vom Arzt verordnet werden. Mit Antibiotika werden bakterielle Infektionen behandelt. Ballaststoffreiche Nahrungsergänzungsmittel tragen zur Verdickung des Stuhls bei. Oftmals wird auch der in Apotheken erhältliche Flohsamen zur Einnahme empfohlen oder Loperamid-Tabletten, die flüssigem Stuhl entgegenwirken.
Die letzte Behandlungsmöglichkeit der Stuhlinkontinenz ist die Operation. Dabei bestehen verschiedene Operationsmethoden, bei denen die Schließmuskelfunktion wiederhergestellt werden kann. Der künstliche Afterschließmuskel, die Analplastik und die Graziloplastik sind nur einige dieser Operationen.