Warnung: Schlankheitsmittel Acomplia vom Markt

Sog. schlankheitsmittel – sie sind nicht gegen Schlankheit, sondern dafür! – waren immer schon umstritten. Meistens wirken sie nur, solange sie eingenommen werden – und was ist danach? Wenn dann auch noch erhebliche Nebenwirkungen auftreten, ist die Fragwürdigkeit so krass, das man sich fragen lassen sollte, was man denn nun wirklich will.
Warnung: Schlankheitsmittel Acomplia vom Markt

Schlankheitsmittel Acomplia vom Markt

Der Pharmakonzern Sanofi-Aventis hat es jetzt europaweit vom Markt genommen: das Schlankheitsmittel Acomplia mit dem Wirkstoff Rimonabant. Grund sind die Nebenwirkungen vor allem im psychischen Bereich: Durch das Mittel können Depressionen oder depressive Verstimmungen verstärkt auftreten. Die EMEA, die europäische Arzneimittelbehörde, hat die Zulassung von 2006 ab sofort zurückgenommen. Nach ihren Untersuchungen ist das Risiko zu Depressionen oder anderen psychischen Störungen doppelt so hoch wie in Vergleichsgruppen, die mit Plazebo behandelt wurden.
Schlankheitsmittel wirken unterschiedlich – einige wirken auf den Verdauungsvorgang ein, andere, neuartige Mittel wie Acomplia wirken über das Gehirn. Ansatzpunkt ist bei Acomplia der endogene Cannaboid-Rezeptor CB1 im Gehirn (der Signalempfänger für hanf-ähnliche Stoffe), der durch Rimonabant blockiert wird. Das Ergebnis ist eine Minderung des Appetits.
In meiner Zeitung (HAZ vom 25. Okt. 2008) steht am Rand neben der Meldung die Spalte „Nachgefragt“ mit der Überschrift Lebensstil ändern“. Die Antworten kommen von Dr. Peter Schröder, einem Internisten in Hannover. Ich zitiere (Hervorhebung von mir):
„Wenn ein Patient dauerhaft abnehmen will, dann muss er an seinem Lebensstil für die gesamte Zukunft etwas ändern. Das bedeutet: die Ernährung umstellen und durch mehr Bewegung mehr Kalorien verbrennen. Der Einsatz von Medikamenten bleibt absoluten Ausnahmen vorbehalten und sollte auch dann nur zeitlich begrenzt erfolgen. Auch für Acomplia wird empfohlen, die Behandlungszeit nicht über ein Jahr auszudehnen. Und was machen die Patienten dann?“