Schimmelpilze in Innenräumen – Gesundheitsgefahr oft unterschaetzt

Gesundheitsstörungen, deren Ursache der Arzt zunächst nicht findet: allgemeine Anfälligkeit (häufige Erkältungen z.B.), Allergien, Atembeschwerden – sie können mit Schimmelpilzen in der Wohnung zusammenhängen, eine oft unterschätzte Gefahr!
Um Abhilfe zu schaffen, ist die Zusammenarbeit der verschiedensten Fachleute erforderlich.
Eine interdisziplinäre Tagung zu gesundheitlichen Auswirkungen von Schimmelpilzbefall in Hamburg soll den Austausch und den Überblick erleichtern.
Schimmelpilze in Innenräumen – Gesundheitsgefahr oft unterschaetzt
Sagen Sie nicht, das sei unwichtig, liebe LeserInnen! Es handelt sich durchaus um ein wichtiges gesellschaftliches Problem: „Um Schimmels Willen: Feuchteschäden in Wohnräumen und Soziale Lage“ heißt ein Bericht des Gesundheitsamtes Bremen, in dem sozial benachteiligte Bevölkerungsgruppen als Verlierer in Sachen gesundem Wohnen identifiziert werden.
Sechs Prozent der Kinder in Deutschland seien gegen Innenraumschimmelpilze sensibilisiert, lautet eines der Ergebnisse im Kinder-Umwelt-Survey des Umweltbundesamtes.
Beide Berichte werden auf der Tagung vorgestellt.

Ein paar ergänzende Sätze aus der Einladung:

Bereits zum dritten Mal lädt der Regionalverband Umweltberatung Nord (R.U.N.) am 30. September 2008 zu einer interdisziplinär ausgerichteten Fachtagung zum Thema „Schimmelpilze in Innenräumen“ in die Universität Hamburg ein … Im Mittelpunkt der diesjährigen Tagung stehen die gesundheitlichen Auswirkungen von Schimmelpilzwachstum in Innenräumen. Fachübergreifend werden medizinische, mikrobiologische, soziale, rechtliche, technische und arbeitsmedizinische Aspekte des Themas in sieben Referaten erläutert und diskutiert. In der begleitenden Fachausstellung können sich die Teilnehmer an 17 Messeständen über aktuelle Sanierungs- und Analyseverfahren, Lüftungstechnik, schimmelhemmende Anstriche und weitere Neuerungen informieren. Die Veranstaltung wird vom Umweltbundesamt und zahlreichen Verbänden und Institutionen unterstützt. Ärzte erhalten für die Teilnahme sieben Fortbildungspunkte der Ärztekammer Hamburg.
Ein besonderes Anliegen der Veranstalter ist es, den Gedankenaustausch zwischen den mit Schimmelpilzproblemen befassten Fachleuten zu fördern. „Zur Bekämpfung und Vorbeugung von Schimmelpilzen sollten Ärzte, Rechtsanwälte, Gutachter, Behörden, Sanierer, Mieter und Vermieter viel enger zusammenarbeiten“, meint R.U.N.-Vorstandsmitglied Brigitte Harste, „denn energiesparendes und gesundes Wohnen ohne Schimmel ist möglich.“ Das Programm bietet daher Raum für fachliche Diskussionen und Einzelgespräche der etwa 150 erwarteten Teilnehmenden. Eingeladen sind Wohnungsverwalter, Architekten, Ingenieure, Sachverständige, Juristen, Mediziner, Handwerker, Umweltberater und alle, die in ihrer Arbeit mit Schimmelpilzproblemen konfrontiert sind.
Das Problem der Schimmelpilze in Innenräumen wird nach übereinstimmender Ansicht vieler Schimmelpilzexperten und des Regionalverbands Umweltberatung Nord e.V. in den nächsten Jahren noch zunehmen. Steigende Energiepreise führen dazu, dass in Wohnungen weniger geheizt und gelüftet wird, um vermeintlich Energie zu sparen. Häufig führt dies dazu, dass die in Wohnungen unvermeidlich entstehende Feuchte nicht mehr ausreichend nach außen abgeführt wird und das Risiko für Schimmelpilzwachstum gerade im alten Gebäudebestand deutlich ansteigt. Aber auch bei Neubauten oder sanierten Gebäuden steigt das Risiko, weil sich Baufehler in hochwärmegedämmte Bauten stärker auswirken können und teilweise erst nach vielen Jahren bemerkt werden (versteckter Schimmel in der Dämmung, unter Fußbodenbelägen…). Bewohner klagen häufig über Gesundheitsstörungen wie Allergien, Atemwegserkrankungen oder Infektanfälligkeit, die in Verbindung mit Feuchtigkeit und Schimmel in der Wohnung gebracht werden.