Rheuma – schon in jungen Jahren eine Gefahr

Viele Menschen denken bei alltäglichen Beschwerden nicht an Krankheiten, die vermeintlich nur ältere Menschen betreffen. Was in unseren Köpfen aber häufig nur ausschließlich als Alterskrankheit eingespeichert ist, ist manchmal tatsächlich auch bei jungen Menschen ein Thema. Ein gutes Beispiel dafür ist Rheuma, das in so manchem Ohr eindeutig nach Krankheit der Generation 70+ klingt. Dass nur alte Menschen rheumatische Erkrankungen erleiden ist allerdings ein sich hartnäckig haltender Mythos.Rheuma – schon in jungen Jahren eine Gefahr
 

Was ist eigentlich Rheuma und mit welchen Symptomen ist die Krankheit verbunden?


Rheuma
ist eigentlich ein sehr weiter Begriff. Denn es bezeichnet ganz allgemein Beschwerden am Bewegungsapparat. Diese Beschwerden werden allerdings auf relativ genaue umrissene Arten von Schmerzen eingeschränkt. Bei rheumatischen Erkrankungen handelt es sich um fließende und ziehende Schmerzen oder aber auch um ein Gefühl eines reißenden Schmerzes. Vom so genannten fließenden Schmerz leitet sich auch der Begriff „Rheuma“ ab. Das Wort kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „ich fließe“. Im Sinne dessen was wir heute unter der Krankheit verstehen, taucht der Begriff Rheuma allerdings erst im 16. Jahrhundert auf. Damals stellte sich der französische Arzt Guillaume de Baillou gegen die zu seiner Zeit vorherrschende Auffassung, die eben beschriebenen Schmerzen kämen vom Hirnschleim, der im Körper hinab in die Extremitäten fließe und damit die Symptome auslöse. So absurd diese Erklärung für unser heutiges Verständnis auch klingen mag, genau so erklärte man sich damals die Beschwerden im Sinne der zu dieser Zeit vertretenen Lehre der Körpersäfte.
Der Arzt de Baillou war also ein Revolutionär und quasi Vordenker auf dem Gebiet derrheumatischen Erkrankungen und seiner Zeit weit voraus. Doch zurück zu den Symptomen: im Allgemeinen können Rheuma Symptome an allen möglichen Stellen des Körpers auftreten, denn Gelenke haben wir ja sehr viele von Kopf bis Fuß: Zehengelenke, Sprunggelenke, Hüftgelenke, Fingergelenke, Schultergelenke und so weiter. Doch Rheuma beschränkt sich nicht nur auf die Gelenke, sondern kann auch bei vollkommen anderen Körperstrukturen auftreten. Sogar Organe können betroffen sein. Das kommt ganz darauf an, welche Art von Rheuma vorliegt. Was man umgangssprachlich Rheuma nennt, erfasst nämlich nur einen Bruchteil der verschiedenen unter Rheuma zusammengefassten Erkrankungen.

Arten von Rheuma

Um näher auf die Krankheit einzugehen, ist vorab zu erwähnen, dass es mehrere verschiedene Gruppen von Rheuma Erkrankungen gibt. Was man so im Volksmund unter Rheuma versteht, ist dabei nur eine von vielen Arten. Bei Rheuma denken die meisten Leute einfach an abgenützte Knochen, die im Alter eben irgendwann nicht mehr so mitmachen. Das wäre die Gruppe der verschleißbedingten, also degenerativen rheumatischen Erkrankungen. Der Gelenkverschleiß oder die Arthrose ist aber eben nur eine von mehreren Arten rheumatischer Erkrankungen. Anzumerken ist hier aber auch noch, dass aber auch der Begriff der Arthrose nicht mit rheumatischen Erkrankungen gleich gesetzt werden kann, da es auch dabei noch viele verschiedene Arten und Symptomgruppen gibt.
Neben degenerativen Rheumakrankheiten gibt es entzündlich-rheumatische Erkrankungen, rheumatische Erkrankungen der Weichteile und Stoffwechselstörungen in Verbindung mit Rheuma. Und all diese können eben nicht nur bei älteren Menschen auftreten.