Neuro-Imaging: Anzeichen im Gehirn erkennen

Bei Hirnkrankheiten wie Alzheimer und Schizophrenie wäre es außerordentlich wichtig, bildgebende Verfahren zu haben, die den Zustand und die Veränderungen durch Therapien eindeutig feststellen können. Wird sogar allerhöchste Zeit, denn man wirkt ja heute mit modernen Medikamenten (die Neurotransmitter beeinflussen, also die Botenstoffe, welche Nervenschaltungen und -leitungen vollziehen) auf das Gehirn ein, OHNE eine objektive Kontrolle im Gehirn selber anzuwenden. Bei der Schizophrenie habe ich es vor einiger Zeit ja im persönlichen Umfeld miterlebt: Diagnose mit Methoden des 19. Jahrhunderts, selbst von Fachleuten als fragwürdig eingestuft – aber Therapie mit Methoden des 20./21. Jahrhunderts. Insofern muss man sich wundern, dass nicht längst mit Hochdruck an dem gearbeitet wird, was sich die Universität Jena jetzt vorgenommen hat.
Neuro-Imaging: Anzeichen im Gehirn erkennen

Anzeichen im Gehirn schnell erkennen mit Neuro-Imaging

Wissenschaftler am Universitätsklinikum Jena (UKJ) wollen untersuchen, wie die Früherkennung von Hirnerkrankungen wie Alzheimer und Schizophrenie künftig gelingen könnte. Ein mit 430.000 Euro gefördertes forschungsprojekt setzt dazu auf die junge Methode des „Neuro-Imaging“ – den Einsatz bildgebender Diagnoseverfahren in den Neurowissenschaften. Das Team um Prof. Dr. Christian Gaser an der Jenaer Klinik für Psychiatrie untersucht dabei in den kommenden fünf Jahren die Möglichkeiten einer computergestützten Frühdiagnose auf der Grundlage von MRT-Aufnahmen des Gehirns (MRT = Magnetresonanztomographie).
„Verändert – so schreiben die Forscher einleitend, ich möchte das hier wörtlich wiedergeben – eine Krankheit den Körper, ist das bedrohlich. Dennoch lernen viele, damit zu leben. Verändert sich durch eine Erkrankung jedoch das Gehirn, geht mehr verloren als Beweglichkeit oder Leistungsfähigkeit: Das Ich des Menschen verändert sich, der Realitätsbezug verlischt – langsam, wie bei Alzheimer. Oder sprunghaft, wie bei einer Schizophrenie, die häufig schon bei jungen Erwachsenen beginnt. Sind diese Erkrankungen einmal ausgebrochen, sind auch die Möglichkeiten der modernen Medizin häufig begrenzt. Denn beide Krankheiten sind auch heute noch nicht heilbar. Viele Hoffnungen richten sich daher auf das Erkennen allererster Warnsignale, um bereits im Frühstadium therapieren zu können.“
Lesen Sie die Einzelheiten bei idw, dem Informationsdienst Wissenschaften.