Was ist Dialektik?

Wahrlich ist der Begriff ein sehr häufig verwendetes Wort, welches allerdings auch schwer zu handhaben und in der Philosophie stark umstritten ist. Wer den Lauf der Philosophiegeschichte verfolgt, kann fest stellen, dass der Begriff Dialektik große Bedeutungsveränderungen erfahren hat.
Was ist Dialektik?

Dialektik

Platon war der erste, welcher die Dialektik zu definieren sucht; ausdrücklich wird er hierbei stets an das Gespräch, also den Dialog, gebunden. Gemeint wird eine Kunst der Gesprächsführung, die nach Platon (gegen die Sophisten) im Dienst der Sache steht. Sophisten sind im Übrigen eine Gruppe von griechischen vorsokratischen Philosophen. Dialektik wurde von den Sophisten wie folgt beschrieben, wobei Platon dies als Eristik (Wortspielerei) bezeichnet, bei jeder beliebigen Meinung wird widersprochen oder jede mögliche Meinung wird „bewiesen“. Für Platon ist die Dialektik eine eigene Methode, diverse Positionen zu problematisieren und letztendlich durch die sich entwickelnde Bewegung im Gespräch der Teilnehmer den Widerstreit der unterschiedlichen Meinungen zu überwinden. Nach ihm ist die Dialektik der Weg zur Erkenntnis der Wirklichkeit.
Bei Aristoteles im Gegensatz dazu hat die Dialektik mit denjenigen Fragen zu tun, über die die Meinungen fraglich sind und die sich nur bestimmen lassen, indem Für und Wieder dialektisch abgewogen werden. Aristoteles beschreibt demnach die Dialektik als Methode, die Fragen durch das Einbeziehen allgemeiner Gesichtspunkte aufzudecken. Aus diesem Grund kann die Dialektik bei Aristoteles als ganz spezifischer Teil der Logik aufgefasst werden, als Topik im Gegensatz zur so genannten Analytik. Im Anschluss gestaltet sich hierbei die Frage, wie die Dialektik und die Logik zueinander stehen. Im Mittelalter geht die Tendenz dahin, beides zu identifizieren.
Im Jahr 1781 greift Kant den Unterschied zwischen der Analytik und der Dialektik wieder auf. Im Gegensatz zu den beiden Philosophen Platon und Aristoteles beschreibt er die Dialektik als „Logik des Scheins“, was wiederum bedeuten soll, dass Kant die Dialektik als „Blendwerk“ bezeichnet. Das Thema der Dialektik ist erklärbar, aber es ist kein auflösbarer Widerspruch, so Kant.