Entwicklung von Mutter und Kind im ersten Schwangerschaftsdrittel

Die Entwicklung von Mutter und Kind während des ersten Schwangerschaftsdrittels – der 1. bis 3. Monat der Schwangerschaft

1. – 4. Woche / 1. Monat / 1. Trimenon

Entwicklung von Mutter und Kind  im ersten Schwangerschaftsdrittel
Nach der Befruchtung durch ein Spermium im Eileiter wandert die befruchtete Eizelle hormongesteuert innerhalb von drei Tagen bis zur Gebärmutter (Uterus). Während dieser Wanderung kommt es bereits zu den ersten Zellteilungen, bis hin zum Keimbläschen (Blastozyste). Am sechsten Tag nach der Befruchtung nistet sich die Blastozyste in der Gebärmutterwand ein. Bereits vorher gab es die erste gravierende hormonelle Veränderung im Körper der Frau. Eine frühe Form der Plazenta (Mutterkuchen) hat sich im Uterus entwickelt und stimuliert den sog. Gelbköper im Eierstock, der wiederum Progesteron (Gelbkörperhormon) ausschüttet. Dieses ist, wenn man so will, die natürliche, köpereigene Form der Pille: es bewirkt, dass es bis zum Ende der Schwangerschaft nicht mehr zum Eisprung kommt und die Menstruation ausbleibt.

5. – 8. Woche / 2. Monat / 1. Trimenon

Der Körper der Frau stellt sich nun auf die Schwangerschaft ein. Häufig werden morgendliche Übelkeit oder Schwangerschaftserbrechen erlebt. Da die Ursache hierfür wohl in der immer stärkeren Ausschüttung des Schwangerschaftshormons hCG (humanes Choriongonadotropin) liegt, leiden nicht wenige Frauen bis zur 18. oder 20. Schwangerschaftswoche an Übelkeit, wenn das Maximum der Hormonkonzentration erreicht ist und die Produktion allmählich abnimmt; einige Schwangere begleitet die Übelkeit sogar bis fast zum Ende der Schwangerschaft. Von einer medikamentösen Behandlung wird meist abgeraten (bis auf selten vorkommende medizinisch relevante Fälle, die auch ein Risiko darstellen können; fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Hebamme, wenn Sie sich unsicher sind). Lindernd können Akupunktur oder auch die Zubereitung von Ingwer-Tee wirken. In dieser Zeit kann die Brust sehr empfindlich werden und ein Spannungsgefühl kann entstehen. Außerdem kommt es häufig zu Müdigkeit, zu starken Stimmungsschwankungen und dem berühmten Heißhunger bei der Schwangeren.
Der Embryo, der nach dem zweiten Schwangerschaftsmonat Fötus genannt wird, entwickelt sich nun mit atemberaubender Geschwindigkeit: Das Rückenmark und die Wirbelsäule entstehen, sowie die ersten Anlagen der Gliedmaßen, der Finger und Zehen. Kopf und Gesicht lassen sich bereits erahnen. Alle wichtigen Organe sind jetzt angelegt, darunter auch das Herz und das Gehirn. Der Fetus misst am Ende des zweiten Schwangerschaftsmonats ca. 25 – 30 mm und sein Herz schlägt 130 mal bis 150 mal in der Minute.

9. – 12. Woche / 3. Monat / 1. Trimenon

Im Körper der Frau kommt es zu einer Vergrößerung der Blutmenge, was vor allem auf das Wachstum des Fötus zurückzuführen ist. Das Herz muss schneller schlagen, um die Blutmenge zu bewältigen und durch die Weitung der Gefäße kann es u.a. zu Krampfadern kommen. Die verstärkte Ausschüttung von Progesteron, das die Schwangerschaft bzw. die körperlichen Veränderungen aufrecht erhält (z.B. die Auflockerung des Gewebes der Gebärmutter), kommt es zu Müdigkeit und verstärktem Harndrang.
Der Fötus entwickelt jetzt klitzekleine Ohrmuscheln, eine winzige Nase und bis zu 20 Milchzahnknospen. Der Herzschlag ist jetzt im Ultraschallbild nachweisbar. Die Augen sind zunächst offen, denn erst zum Ende des 3. Schwangerschaftsmonats entwickeln sich die Augenlider. Der Fötus ist dann 6 bis 8 cm groß.