Antibabypille gefährlich?

Die Antibabypille gilt in Deutschland als eines der zuverlässigsten Verhütungsmittel neben dem Kondom und wird normalerweise jedem Mädchen ab der Pubertät verschrieben. In Frankreich wird nun allerdings eine Antibabypille, die seit 1987 auf dem Markt ist, nämlich Diane 35, verboten. Der Grund dafür sind die Nebenwirkungen, denn angeblich verursacht das Präparat eine ernstzunehmende Venen-Thrombose bei den Patientinnen. In den letzten 2 Jahrzehnten verstarben insgesamt 4 Frauen an den Nebenwirkungen, da die Venen verstopft wurden und die Organe nicht mehr mit genügend Blut versorgt werden konnten.
Doch wer jetzt Angst davor hat, täglich die Antibabypille einzunehmen, der sei entwarnt: Denn eigentlich soll Diane 35 benutzt werden, um Frauen mit Akne und zuvielen männlichen Hormonen zu helfen. Die Verhütung ist dabei eigentlich nur ein Nebeneffekt, weshalb die Pille oft einfach als Antibabypille genutzt wird. Sie wird sogar von Ärzten für diesen Zweck verschrieben. 4 Todesfälle und knapp über 100 Fälle von Venen-Thrombose, ausgelöst durch Diane 35 – das klingt auf zwei Jahrzehnte gestreckt nach nicht besonders viel – für die zuständigen Behörden sind die Zahlen allerdings hoch genug, sodass die vermeintliche Antibabypille nun in Frankreich verboten wird.
Antibabypille gefährlich?

Venen-Thrombose

Die Pille wird von der deutschen Pharmamarke Bayer produziert und vertrieben und ist in Deutschland weiterhin im Einsatz – auch als Antibabypille. Hierzulange gab es allerdings bisher noch keine derartigen Fälle, weshalb Bayer sich mit der französischen Arzneiaufsichtsbehörde zusammensetzen möchte, um eine Lösung zu finden. Ob die Todesfälle wirklich nur auf Diane 35 zurückzuführen sind, kann ich nicht sagen, es ist allerdings allgemein bekannt, das Antibabypillen – und nicht nur Diane 35 – Blutgerinnsel im Körper auslösen können. Das war vor allem ein Problem in den 60ern, als die ersten Antibabypillen auf den Markt kamen. Damals war noch nicht recht klar, wie die chemischen Stoffe in Proportionen zusammengehören, um optimal zu wirken.
Die aktuellen Fälle mit Diane 35 haben die europäische Arzeimittelagentur Ema, auf anraten der französischen Kommission, nun auch aktuelle Antibabypillen außerhalb von Diane 35 prüfen lassen. Was dabei herauskommt steht bisher noch nicht fest, allerdings rät die Ema, dass deshalb nun niemand auf die Antibabypille verzichten sollte. Sollten Bedenken bestehen, sollten sich Frauen ihrem Arzt anvertrauen und sich über etwaige Nebenwirkungen aufklären lassen.
An Blutgerinnseln, die allerdings nicht tödlich verlaufen, erkranken rund 20 bis 40 von 100.000 Frauen, die die Antibabypille einnehmen.