Pille für den Mann – Durchbruch durch JQ1?

Seit vielen Jahren ist die Pille für den Mann immer wieder ins Gespräch gekommen – auf dem Medikamentenmarkt durchgesetzt hat sie sich allerdings nie.
Eigentlich als Bekämpfungsmittel für die tödliche Krankheit Krebs gedacht, stellt sich die Substanz JQ1 nun als Hoffnungsträger als ungefährliches Verhütungsmittel für den Mann heraus. Studien ergaben nämlich, dass der Wirkstoff die Produktion bzw. den letztendlichen Reifeprozess von Spermien hemmt.
Doch Experten sehen die Substanz mit kritischen Augen, da diese bisher lediglich an Mäusen getestet wurde und die Wirkung auf den Menschen völlig unbekannt ist. Es ist beispielsweise möglich, dass der Stoff nebenbei in andere Organe eindringen und diese beschädigen könnte. Aus diesem Grund stehen die Chancen für eine neue Pille für den Mann, die auf JQ1 basiert, momentan eher schlecht.

Pille für den Mann – Durchbruch durch JQ1?

Hormonellen Verhütungsmethode für den Mann

In der Vergangenheit hat es bereits häufig Ankündigungen zu einer erfolgreichen hormonellen Verhütungsmethode für den Mann gegeben. Durchsetzen konnte sich davon allerdings bisher keine. Teils wurden die Produktionen eingestellt, da sich die Entwicklungskosten für die Pharmakonzerne nicht rentierten, teils wurden sehr erfolgversprechende Präparate entwickelt, wie z.B. die Anti-Baby-Spritze für den Mann, die allerdings mit Nebenwirkungen wie einer Gewichtszunahme verbunden war. Ähnliche Nebenwirkungen, die auch bei der Pille für die Frau auftreten.Die Studien berichten weiterhin davon, dass diese Nebenwirkungen allerdings auch auftreten, wenn den Versuchsobjekten lediglich ein Placebo verabreicht wurde. Dies zeigt, dass sich der reine Gedanke an einen hormonhaushalt-verändernen Stoff bereits psychisch bemerkbar macht. Das Medikament an sich muss dabei nicht unbedingt eine große Rolle spielen.
Im Prinzip ist die Pille für den Mann also bereits entwickelt, allerdings hält die Mentalität der Männer sie davon ab, solche Präparate, die den hormonellen Haushalt verändern, einzunehmen. Aus diesem Grund war JQ1 ein großer Hoffnungsträger, da diese Substanz gerade nicht den Hormonhaushalt durcheinander wirbelt, sondern lediglich den Reifungsprozess der Spermien lahmlegt.
Die Problematik dieses Themas ist außerdem vor allem in der Testphase zu finden: Viele Präparate funktionieren vielleicht bei Mäusen, der menschliche Körper hingegen ist eine ganz andere Sache, auch wenn die Maus zu sonstigen Modellorganismen dem Menschen bereits sehr ähnlich ist. Es ist einfach zu risikobehaftet, unbekannte Medikamente, die vielleicht bei Nagern Wirkungen zeigen, ohne weitere Forschung beim Menschen zu testen.
Doch für das weibliche Geschlecht bleibt noch Hoffnung, dass Verhütung durch die Pille bald nicht nur Sache der Frau sein wird, denn Forscher werden immer neue Ansatzpunkte finden, ob sie den Hormonhaushalt verändern, Gene für die Produktion von Spermienzellen hemmen oder sonstige Mittel und Wege finden: Es wird immer neue Wege geben, die die Wissenschaft entdeckt. Die Pille für den Mann ist also nur noch eine Frage der Zeit.